Genmaisanbau in der Landeshauptstadt Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen ruft zum Protest auf Erstmals soll in diesem Jahr auch im Gebiet der Landeshauptstadt Dresden Genmais angebaut werden. Das geht aus dem bundesweiten Anbauregister für gentechnisch veränderte Organismen beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL, www.bvl.de) hervor. In der Gemarkung Eschdorf sollen auf den Flurstücken 327/1, 327/2, 327/3, 336 und 349 insgesamt fast 22 Hektar Genmais MON-810 angebaut werden. Dieser sogenannte Bt-Mais wurde so manipuliert, dass er permanent in der gesamten Pflanze ein Toxin produziert, welches die Larven des Maiszünsler töten soll. "Genmais ist die falsche Art von Landwirtschaft," sagt Milana Müller, Koordinatorin des Aktionsbündnisses, "die Ausbreitung des Maiszünslers ist die Folge einer nicht standortgerechten Landwirtschaft, verstärkt durch zu kurze Fruchtfolgen. Durch mehrgliedrige Fruchtfolgen, Bodenbearbeitung mit dem Pflug und einen flächenorientierten Viehbesatz lässt sich der Maiszünsler erfolgreich ohne Gentechnik eindämmen bzw. können Maisanbauflächen reduziert werden." Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen prostestiert gegen den Genmaisanbau in Eschdorf und anderswo. Die Dresdner Bevölkerung wird aufgerufen, öffentlich gegen den Genmais Stellung zu beziehen. Insgesamt sind für diese Saison bsilang über 550 Hektar Genmaisanbau in Sachsen vorgesehen. Hintergründe: Das Aktionsbündnis für eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen ist ein Zusammenschluss von Landwirtschafts, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen in Sachsen. Seit 2004 setzen sie sich gemeinsam für den Erhalt einer gentechnikfreien Landwirtschaft in Sachsen ein. Seit Ende der 90er Jahre werden in Sachsen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Freiland getetstet. Seit 2004 gibt es auch in Sachsen den kommerziellen Anbau von gentechnisch verändetem Mais Der Genmais MON-810 wird bislang nur in wenigen EU-Ländern angebaut. Dagegen haben Österreich, Ungarn, die Slowakei und auch Polen den Anbau dieses Genmaises aufgrund von starken, u.a. ökologischen Bedenken strikt verboten.